(K)ein Implantat für mein Gehirn

Beim Erstellen dieser Webseite musste ich viele Entscheidungen treffen. Ich wollte eine Seite, die niemanden auf den Sack geht, indem sie die Besucher mit Cookie-Bannern, Pop-Ups, Werbung, Trackern oder Captchas plagt. Das alles macht das heutige Internet unerträglich, und ich will nicht dazu beitragen, dass es noch schlimmer wird. Dazu musste ich alles so minimalistisch wie möglich halten. Mein Werbeblocker findet keine Elemente, die er blockieren möchte – so weit, so gut.

Möchte ich aber, dass meingehirn.ch auch mit Suchmaschinen gefunden werden kann, müsste ich das Google Site-Kit installieren. Das fühlt sich in etwa so an, als würde ich mir von einer grossen bösen Firma ein Implantat ins Gehirn pflanzen lassen, dass zwar meine Leistung erhöht, dafür aber chronische Kopfschmerzen verursacht und alle meine Gedanken an die Firmenserver überträgt, wo sie analysiert und verkauft werden. Einfach nur das Implantat in mein Gehirn zu pflanzen würde aber noch nicht reichen. Ich könnte Stunden damit verbringen, «Suchmaschinenoptimierung» zu betrieben, indem ich jedem Beitrag und jeder Seite eine Beschreibung und unzählige Tags hinzufüge, um die Datenkrake zu füttern. Wer arbeitet dann für wen? Ich könnte also den Weg gehen, den alle gehen und ein Teil des Problems sein, oder ich nehme hin, dass diese Webseite nur durch Mundpropaganda gefunden wird.

Ich habe lange mit mir gerungen, welchen Weg ich einschlagen sollte. Jetzt habe ich mich mit den obigen Argumenten selbst überzeugt. Mein Gehirn bekommt kein Google-Implantat. Und wenn die Webseite kaum gelesen wird, habe ich immer noch die Hunderte Bots, die sich mit Brute-Force-Attacken hier reinhacken wollen. Die haben mich auch irgendwie gefunden.