Kellerasseln

Wer sich in Kinderjahren die Hände schmutzig machen durfte, hat bestimmt schon einmal einen Stein umgedreht und auf dessen feuchter Unterseite unzählige kleine schwarze Tierchen herumkrabbeln sehen. Falls nicht, holen Sie das jetzt nach – obwohl, nein, halt stopp, lassen Sie die Tierchen besser in Ruhe.

Was da herumwuselt sind keine Käfer, es sind auch keine Insekten, Kellerasseln sind nämlich Krebstiere. Asseln, auch Isopoden genannt (wörtlich übersetzt Gleichfüssler, weil sie sieben gleiche Beinpaare besitzen), haben sich im Meer entwickelt, den Landasseln gab es dort jedoch etwas zu viel Wasser. Ihre Verwandten in den Ozeanen sind sehr vielfältig, einige leben als Parasiten auf Fischen (z.B. Cymothoa exigua, der sich an der Zunge festsetzt und mitisst), andere wie die Riesenassel werden bis zu 50cm gross. Auch die Landasseln sind auf Feuchtigkeit angewiesen, sie haben ihre Kiemenatmung beibehalten, weshalb man sie oft unter Steinen, Blumentöpfen oder in Kellern antrifft. Um jeden Wassertropfen auszunutzen, haben sich ihre Körper so entwickelt, dass jegliche Feuchtigkeit zu ihren Kiemen geleitet wird. Zur Unterstützung bei Trockenheit haben Landasseln an ihren Hinterbeinen Tracheen entwickelt, durch deren Bewegung Gas ausgetauscht wird, mit denen sie also atmen.

Kellerasseln ernähren sich von abgestorbener organischer Substanz auf dem Boden, die sie nach dem ausscheiden nochmal mehrmals zu sich nehmen, um alle Nährstoffe aufzunehmen. Dabei filtern sie schädliche Metalle wie Blei, Cadmium und Arsen aus dem Boden und reinigen damit die Erde und das Grundwasser, ohne davon schaden zu nehmen. Sie sind also keineswegs Schädlinge – freuen Sie sich über Asseln in ihrem Garten, sie tun ihnen nichts! Ich bin schockiert wie viele Tipps zur «Schädlingsbekämpfung» mir bei meiner Recherche angeboten wurden.

Eine Kurzgeschichte über eine ganz besondere Assel lesen Sie hier.

Quellen: Wikipedia (Asseln), Wikipedia (Cymothoa exigua), Wikipedia (Kellerassel), Uni-Muenster (Atmungsorgane)