{"id":160,"date":"2026-06-01T11:27:49","date_gmt":"2026-06-01T09:27:49","guid":{"rendered":"https:\/\/meingehirn.ch\/?p=160"},"modified":"2026-07-11T09:13:57","modified_gmt":"2026-07-11T07:13:57","slug":"selbststudium-philosophie-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meingehirn.ch\/index.php\/2026\/06\/01\/selbststudium-philosophie-teil-2\/","title":{"rendered":"Selbststudium Philosophie \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kant von Marcus Willaschek<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das n\u00e4chste Buch ist eine Biographie und zugleich ein Versuch, die komplizierte Philosophie Kants f\u00fcr Laien verst\u00e4ndlich zu machen, was dem Autor gut gelungen ist. Immanuel Kant wurde 1724 in K\u00f6nigsberg geboren, wo er sein ganzes Leben verbrachte. Er vereinigte die damals vorherrschenden Ansichten des Empirismus (Echt ist nur, was man durch seine Sinne wahrnehmen und erproben kann) und des Rationalismus (Echt ist nur, was wir in unseren K\u00f6pfen ohne \u00e4ussere Einwirkung \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnen, wie z.B. die Mathematik) zum Idealismus. Demnach gehen Empirismus und Rationalismus Hand in Hand, denn sowohl Erkenntnis und Vernunft seien f\u00fcr die Wahrnehmung notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch auf die Moralphilosophie hatte er erheblichen Einfluss. Gem\u00e4ss dem kategorischen Imperativ solle man sich bei jeder Entscheidung \u00fcberlegen, was geschehen w\u00fcrde, wenn jeder so handeln w\u00fcrde. W\u00fcrde beispielsweise jeder nur die Milch mit dem sp\u00e4testen Verfallsdatum kaufen, w\u00fcrde der Grossteil der Milch schlecht werden und w\u00e4re verschwendet. Des Weiteren hat Kant den Begriff \u201ea priori\u201c gepr\u00e4gt, hat sich mit Erziehung, Naturwissenschaften und vielem Weiteren besch\u00e4ftigt. Sein Denken pr\u00e4gt bis heute die europ\u00e4ische Politik. W\u00e4hrend bei uns beispielsweise die Folter abgelehnt wird, weil sie gegen die Menschenw\u00fcrde ist, ist in den USA der Utilitarismus einflussreicher, nach dem es in Ordnung ist, einen Menschen zu opfern, wenn damit mehrere gerettet werden. Ebenfalls sollen wir streng mit uns selbst sein; wenn wir beispielsweise keine Essensreste wegwerfen wollen, dann werfen wir keine Essensreste weg. Ausnahmen sagen unserem Gehirn, dass es doch in Ordnung w\u00e4re, Essensreste zu entsorgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch dieses Buch kann ich empfehlen. Stellenweise muss man sich schon anstrengen, um Kants Denkweise zu folgen, es ist jedoch alles verst\u00e4ndlich und zug\u00e4nglich erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Diogenes von Sinope von Diogenes Laertios<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend Kant streng wie ein Polizist war, war Diogenes von Sinope der gr\u00f6sste Punk unter den Philosophen. Er lebte im antiken Griechenland in einem Fass, lebte von Tag zu Tag, lehnte jeglichen Besitz ab und erbettelte gerade genug Nahrung, um zu \u00fcberleben. Sich selbst hatte er als einen Hund bezeichnet, denn er beisse, wer ihm B\u00f6ses wolle und schmeichle jenen, die gut zu ihm sind. Das Buch ist eine lose Sammlung kurzer Anekdoten, die Diogenes von Sinope zugeschrieben werden. Zusammengetragen wurden sie von einem anderen Diogones und erschienen im gleichnamigen Verlag, der vom ersten seinen Namen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein interessantes Buch, jedoch ohne Tiefe. Es ist sehr leicht verst\u00e4ndlich. Es bringt einen dazu, die eigene Position in der Gesellschaft und die Lebensweise zu hinterfragen. Du bist frei, du kannst leben, wie du willst.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Also sprach Zarathustra von Friedrich Nietzsche<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nietzsches bekanntestes Werk ist keine trockene Abhandlung, sondern liest sich wie eine Reihe Predigten aus dem Alten Testament. Zarathustra steigt nach zehn Jahren der Einsamkeit vom Berg zur\u00fcck zu den Menschen, um ihnen seine Weisheit zu verk\u00fcnden. \u201eGott ist tot! Ich bringe euch den \u00dcbermenschen!\u201c, verk\u00fcndet er. Dabei geht es nicht (nur) um Atheismus. Die Menschen w\u00fcrden, indem sie sich einem allm\u00e4chtigen Gott unterordnen, selbst kleinhalten. Wenn Gott das Gr\u00f6sste ist, wo steht denn der Mensch? Die abrahamitischen Religionen stellen das Leben nach dem Tod \u00fcber das eigentliche Leben. Wenn wir Gott ablehnten, k\u00f6nnten wir uns selbst \u00fcberwinden, verbessern und zum \u00dcbermenschen werden, einem starken und selbstbestimmten Wesen. Da Gott etwas absolutes ist, hat seine Abschaffung weitreichende Auswirkungen auf unsere Wertvorstellung. Wir m\u00fcssen neue Werte schaffen, so Nietzsche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEin Buch f\u00fcr Alle und Keinen\u201c, lautet der Untertitel, ich w\u00fcrde es jedoch jedem empfehlen, der sich f\u00fcr das Thema interessiert. Es ist das einzige Werk Nietzsches, das in Prosaform geschrieben ist. Ich fand es gut verst\u00e4ndlich. Es hat mir gezeigt, dass Nihilismus lebensbejahend sein kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kant von Marcus Willaschek Das n\u00e4chste Buch ist eine Biographie und zugleich ein Versuch, die komplizierte Philosophie Kants f\u00fcr Laien verst\u00e4ndlich zu machen, was dem Autor gut gelungen ist. Immanuel Kant wurde 1724 in K\u00f6nigsberg geboren, wo er sein ganzes Leben verbrachte. Er vereinigte die damals vorherrschenden Ansichten des Empirismus (Echt ist nur, was man [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-160","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gehirnfutter"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meingehirn.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/160","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meingehirn.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meingehirn.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meingehirn.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meingehirn.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=160"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/meingehirn.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/160\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":163,"href":"https:\/\/meingehirn.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/160\/revisions\/163"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meingehirn.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=160"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meingehirn.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=160"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meingehirn.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=160"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}