Auf den ersten Blick mag es billig erscheinen, der Einband ist aus dickem, grauem Karton gefertigt, der Titel ist hineingestanzt, sieht aus wie selbstgebastelt, was wohl die Idee dabei ist. Aber das Büchlein ist richtig gebunden, allerdings ohne Rücken, fühlt sich hochwertig an und auf dickes Papier gedruckt.
Es handelt von einem Gitarristen, der nach der Bandprobe nachts nach Hause fährt. Dann bleibt das Auto stehen und er muss zu Fuss weiter durch die einsame Kälte. Die Autorin beschreibt wunderbar die Abgeschiedenheit, die Entfremdung, den knarrenden Schnee unter den Sohlen, die klirrende Kälte, die Erhabenheit und Schönheit der Natur, die gleichzeitig bedrohlich und furchteinflössend ist. Ich habe es so verstanden, dass die Autorin geschrieben hat, was Black Metal für sie ausmacht, und zwar nicht der Satanisten-Kitsch sondern eben die Kälte, Angst, Stärke. Ich finde das ist ihr gut gelungen, ich finde es wunderschön. Man kann das Buch auch lesen, wenn man mit dieser Musik nichts anfangen kann, wenn man der Vorstellung alleine nachts durch den Winterwald zu wandern etwas abgewinnen kann.
Die Geschichte ist «nur» etwa 30 Seiten lang, jedoch ergänzt durch wunderschöne Illustrationen. In der zweiten Hälfte findet sich eine englische Übersetzung.
Gelesen auf Deutsch, Hablizel Verlag, 57 Seiten, Erstveröffentlichung 2013.