Manche Autofahrer drehen beim Einparken, oder beim Rückwärtsfahren, das Radio leiser, damit sie besser sehen können. Auch wenn das absurd erscheint, ist es durchaus sinnvoll, denn das Gehirn kann nur eine begrenzte Menge an gleichzeitigen Reizen empfangen, wobei die Bandbreite auf alle Sinne (Hören, Sehen, Tasten, Riechen, Schmecken, Gleichgewicht, Temperatur und weitere weniger bewusste Sinne wie die Propriozeption [Lage, Bewegung und Anordnung der eigenen Körperteile fühlen]) verteilt wird. Folglich kann man durch die Reduktion der akustischen Reize die visuelle Wahrnehmung erhöhen.
Daraus folgt, dass Nahrung in der Stille besser schmeckt und riecht. Isst man nur, um den lästigen, immer wiederkehrenden Bedürfnissen des zerbrechlichen Leibes Genüge zu tun, oder isst man etwas, das man eigentlich nicht mag, ist das natürlich irrelevant, beziehungsweise könnte eine Reizüberflutung sogar wünschenswert sein, damit dieser stinkige Fisch weniger stinkt. Menschen, die an einem zu ruhigen Ort leben, können sich dazu der modernen Erfindung des Fernsehers bedienen. Geniesser hingegen tun gut daran, einen neutralen, ruhigen und bequemen Ort zur Nahrungsaufnahme aufzusuchen.
Meinem Gehirn drängt sich die Frage auf, warum die Menschen so gerne in gesprächiger Gesellschaft speisen.